Warum Bandklasse?

Die Bastian Studie

In den Jahren 1992 bis 1998 wurden über eine Million Daten an musikbetonten Schulen mit zweistündigem Musikunterricht pro Woche erhoben, die an Instrumentalunterricht und Musizieren im Ensemble gekoppelt waren.

Die Ergebnisse der Bastian Studie „Zum Einfluss von erweitertem Musikunterricht auf die allgemeine und individuelle Entwicklung von Kindern“ sprechen für sich:

Musizierende Kinder erwerben sich eine erfolgreichere Soziabilität als nichtmusizierende. Sie verfügen offensichtlich über Vorteile in einer praktischen Urteilsfähigkeit, sie haben – vereinfacht gesagt – einen ziemlich „gesunden Menschenverstand“. Dem Testkonstrukt zufolge verfügen musizierende Kinder über jene praktische Intelligenz, aus Erfahrungen zu lernen und in Ursache-Wirkungszusammenhängen zu denken, sowie Situationen des Alltags adäquat zu erfassen und zu beurteilen (S. 56 f.)

Dies bedeutet in positiver Bilanz: Kinder mit erweiterter Musikerziehung fühlen sich sozial, emotional und leistungsmotivational in ihren Schulklassen integrierter als Gleichaltrige ohne diesen musischen Zugang (S. 58)

Schulpädagogisch und entwicklungspsychologisch heißt dies: Jugendliche ... müssen Musik in einer lebens- und schülerorientierten Schule als Fach unbedingt erleben, weil Musik ein Medium par excellence zur Identitätsförderung ist. Die Daten der Studie belegen ... dass aktives Musizieren mit seinem emotionalisierenden Potential geeignet ist, Konflikte der Jugendlichen zu mildern, Gefühle der Aggressivität, des Trotzes, und der Selbstunsicherheit besser zu bewältigen und wachsendes Autonomiestreben zu fördern und zu unterstützen. Dass Musik geradezu prädestiniert ist, Stimmungslabilität und gefühlsmäßige Zerrissenheit aufzufangen, bedarf keiner Hervorhebung. Wir alle brauchen und gebrauchen Musik tagtäglich in quasi therapeutischer Funktion (S. 60)